„Endstation Sehnsucht – der Wiener Prater“ von Frank Robert

17. Juli 2017

Was macht einen Vergnügungspark zum Vergnügungspark? – Das Vergnügen, selbstverständlich. Und wer erlebt das Vergnügen in diesem Park? – Natürlich die Menschen. Was ist dann ein Vergnügungspark ohne Menschen? – Kein Vergnügungspark. Vielmehr ein trauriger oder befremdlicher Ort, eine Metapher, ein unentdeckter Planet. Frank Robert hat den still stehenden Prater fotografiert. Die Wiener Anzenberger Gallery präsentiert das eingefrorene Vergnügen an seinem ArtiTeQ Aufhängesystem: „Endstation Sehnsucht“.

Erstarrtes Vergnügen im Bilderrahmen

Der Prater mit seinem Riesenrad ist eine der Sehenswürdigkeiten Wiens. Im Volksmund heißt er „Wurstlprater“ und grenzt sich damit gegen den „Grünen Prater“ ab, das anliegende Wald- und Wiesengebiet, ein ehemaliges Jagdrevier des Kaisers. Im Wurstlprater geht es lustig zu. Dafür sorgen 250 Unterhaltungen von der Achterbahn, die hier „Hochschaubahn“ heißt, bis zum Flugsimulator. Hunger und Durst werden in über 60 Cafés, Imbissbuden und Restaurants gestillt. Im Wurstlprater ist immer was los. Außer wenn Frank Robert mit seinem Fotoapparat kommt. Die skurrile Schönheit seiner Bilder Weiterlesen

„Fotos werden Bilder“ im Frankfurter Städel

5. Juli 2017

Bernd und Hilla Becher waren nicht nur große Fotografen, sondern auch einflussreiche Lehrer. Bis in die 70er Jahre wurde der Fotografie künstlerisch nicht viel Beachtung geschenkt. Sie war das Medium der Bildreporter und Modefotografen. Dass ein Foto eigenständig im Museum Schulter an Schulter mit Malerei ausgestellt würde, erschien undenkbar. 1976 erhielt Bernd Becher seine Fotografie-Professur an der Kunstakademie Düsseldorf. Die Zeiten begannen sich zu ändern. In der Ausstellung „Fotografien werden Bilder“ des Frankfurter Städel Museums wird dieser Entwicklung nachgegangen.

Vom Fotoalbum in den Museums-Bilderrahmen

Fotografien unter Galerieschienen. Fotografien in Bilderrahmen. Fotografien an einem ArtiTeQ Aufhängesystem. Das ist keine stumpfe Aufzählung, sondern – aus dem Blickwinkel der 70er Jahre betrachtet – eine Sensation. Als Bernd Becher seine Düsseldorfer Professur übernahm, wurden Fotos in Alben geklebt. An den Aufhängehaken des Frankfurter Städel kann der Besucher verfolgen, wie schnell sich das ändern sollte. Das Künstlerehepaar Becher Weiterlesen

BERÜHRT – VERFÜHRT

9. Juni 2017

Ohne Werbung wären wir im Kaufhaus verloren. Hilflos würden wir durch die Abteilungen irren, unfähig, eine Entscheidung zu treffen. Das Marketing gibt uns Selbstsicherheit. Wenn wir vor einem zwanzig Meter langen Shampoo-Regal stehen, setzt unser Markenbewusstsein ein. An diesem Bewusstsein arbeiten die Macht der Bilder und der Worte. Das Museum für Kommunikation in Berlin präsentiert an seinem ArtiTeQ Aufhängesystem berühmte Werbekampagnen aus über 60 Jahren. Spätestens nach dem Besuch von „Berührt- verführt“ haben wir verstanden, dass nicht mehr die Dichter und Denker unser Weltbild prägen, sondern die Werbeindustrie.

Überzeugungskraft im Bilderrahmen

Amerikanische Präsenten halten in Berlin gerne Reden. Dem empathischen Ausruf Kennedys „Ick bin ein Berliner“ war nichts hinzuzufügen. Anders bei Bill Clinton. Als er in die Menge rief: „Nothing is impossible!“ schallte ihm aus hunderttausend Mündern zurück: „Toyoooota!“ Schlagender konnte man den Beweis für die Macht der Werbung nicht antreten. Die sprechenden Affen haben mit tierischer Überzeugungskraft zur Etablierung des Weltunternehmens Toyota beigetragen. Das Berliner Museum für Kommunikation zeigt an seinen Galerieschienen unvergessliche Beispiele für Plakate und Slogans, die ins Weiterlesen

Berlin lebt auf! – Die Fotojournalistin Eva Kemlein

13. April 2017

Die Fotografin Eva Kemlein gehörte zu Berlin wie Eugène Atget zu Paris. Beinah ihr gesamtes 95jähriges Leben verbrachte sie in der deutschen Hauptstadt und hielt sich während der Nazi-Zeit in Schöneberger Kellern versteckt. Über 300.000 Negative hat Kemlein 1993 dem Berliner Stadtmuseum verkauft. Aus diesem Meer fotografischer Impressionen lässt sich die Berliner Nachkriegsgeschichte anschaulich dokumentieren. Das ArtiTeQ Aufhängesystem des Centrums Judaicum zeigt Kemleins Fotos unter dem Titel „Berlin lebt auf!“ noch bis zum 30. April 2017.

Stunde Null im Bilderrahmen

Eva Kemleins Leben steht exemplarisch für die Zerrissenheit der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert. Die 1909 als Tochter jüdischer Kaufleute geborene Kemlein kam Ende der 20er Jahre zur Fotografie. In den 30er Jahren exilierte sie mit ihrem deutschen Ehemann nach Griechenland. Das Ehepaar wurde ausgewiesen, Kemleins Mann ließ sich scheiden, und die Fotografin überlebte Weiterlesen

Fotografiegeschichte im Bilderrahmen – bis zum 17. April im MKG Hamburg

7. März 2017

75.000 Fotos umfasst die Sammlung des MKG, des Hamburger Museums für Kunst und Gewerbe. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts ist hier kontinuierlich ein fotografischer Schatz von den Anfängen des Mediums bis in unsere Gegenwart zusammengetragen worden. Die Fotohistorikerin Esther Ruelfs hat diese Bilderkammer seit 2012 geordnet und unter dem Titel ReVision einen Querschnitt repräsentativer Werke zusammengestellt. Das ArtiTeQ Aufhängesystem des MKG Hamburg führt den Besuchern bis April 2017 die Vielseitigkeit und Wandlungsfähigkeit fotografischer Kunst vor.

Fotografiegeschichte im Bilderrahmen

Der Besuch der Ausstellung ReVision im MKG Hamburg ist wie das Blättern in einer Enzyklopädie der Fotografie. Der Besucher sieht an den Aufhängehaken der MKG-Galerieschienen Foto-Ikonen und legendäre Vertreter des Mediums: August Sander, Diane Arbus. Duane Michals, Hugo Erfurth, um nur einige zu nennen. Andere Namen und Werke sind bisher nur einem kleinen Kreis von Kennern vertraut gewesen. Wieder andere tauchen in Hamburg aus den Tiefen des Weiterlesen

Robert Doisneau – Fotografien

12. Februar 2017

Es gibt einen Fotografen, der zum Synonym authentischer Paris-Bilder geworden ist: Robert Doisneau. Der unermüdliche Flaneur hat in seinem über 80jährigen Leben 350.000 Fotos geschossen. Seine charismatischsten Aufnahmen gelangen dem Künstler in den 40er- bis 60er-Jahren. Der Gropius-Bau Berlin zeigt an seinem ArtiTeQ Aufhängesystem eine Auswahl von 100 Doisneau-Bildern aus jener Zeit. Die Ausstellung läuft bis März 2017.

Der berühmteste Kuss im Bilderrahmen

Es braucht nur das Zitat eines einzigen Bildes, um auch Menschen, die mit dem Namen Doisneau nichts anfangen können, sofort auf die Sprünge zu helfen. Gemeint ist das vielleicht berühmteste Paris-Bild überhaupt, genannt: „Der Kuss“. Ein junges Paar küsst sich leidenschaftlich inmitten von Passanten vor dem Hintergrund des Pariser Rathauses. 1950 hat Robert Doisneau diese Szene eingefangen, und selbstverständlich ist sie an den ArtiTeQ Galerieschienen im Berliner Gropius-Bau ausgestellt. Für die so spontan wirkende Weiterlesen