„Ruth Marcus: Männer und ihre Tiere“

25. April 2018

Preisfrage: Wann zeigen Männer Gefühle? Eine allgemein akzeptierte Antwort ist schnell gefunden: Beim Fußball. Diese Sportart erlaubt es ihnen, zu weinen, zu schreien, zu lachen und zu lieben. Der Fotografin Ruth Marcus ist es vorbehalten gewesen, einen zweiten, weniger bekannten Kontinent der Männeremotionalität zu entdecken. Das Haus der Kulturgeschichte im Landesmuseum Koblenz zeigt an seinen ArtiTeQ Aufhängehaken Momente unverstellter maskuliner Zuwendung: Seite an Seite mit ihrem Lieblingstier, vergessen Männer alle Klischees und Stereotypen, mit denen sie in Beruf und Öffentlichkeit Stärke zeigen. Die Galerieschienen in Koblenz präsentieren „Männer und ihre Tiere“ – eine sehr sympathische Gesellschaft.

Echte Nähe im Bilderrahmen

Wie bekommt eine Fotografin Männer und ihre Tiere vor die Kamera? – Ganz einfach, sagt Ruth Marcus. Sie laufen einem zu. Tiere haben im Leben von Dr. Marcus (sie hat lange als Ärztin gearbeitet) immer eine zentrale Rolle gespielt. Sie hat sich selbst mit ihnen, mit Pferd, Katze und Hund, umgeben und mit ihrer Kamera immer wieder Weiterlesen

Die Ausstellung „Das Leben ist ein Theater“ mit Werken von Gilbert Garcin

1. März 2018

Die Franzosen lieben es, Traumwelten zu inszenieren. Darum haben sie den Surrealismus erfunden. In der Fotografie wurden damals Montagetechniken entwickelt, deren Grenzen von Kunst, Propaganda und Werbung immer weiter gesteckt wurden. Mittlerweile sind die Schöpfungen der digitalen Bildbearbeitung von der Realität nicht zu unterscheiden – böse Zungen behaupten, sie haben sie bereits ersetzt. Zeit, zu den Wurzeln zurückzukehren. In Frankreich hütet ein alter Mann den Heiligen Gral der Fotomontage. An dem ArtiTeQ Aufhängesystem der Wiener AnzenbergerGallery sind seine Werke zu bewundern.

Theater im Bilderrahmen

Gilbert Garcin kennt sich mit Licht aus: In seinem früheren Leben war er Lampenfabrikant. Mit 65 hat er die Fabriktore geschlossen und sich eine Kamera gekauft. Sein fotografisches Interesse galt keinen Sonnenuntergängen. Gilbert Garcin brach zu einer Innenreise auf. Die Fotomontage ist das Weiterlesen

Ausstellung „Nathalie Daoust – Korean Dreams“

12. Februar 2018

Niemals wurde so viel fotografiert wie heute. Im Internet werden 1,2 Milliarden Fotos täglich hochgeladen. Auch professionelle Fotografen produzieren mehr Rohmaterial. Geduldig halten Gesichter, Landschaften, Stadtszenen still für den permanenten Schnappschuss. Die ganze Welt ist zum Foto-Objekt geworden. Die ganze? Nein. Ein kleines Land trotzt der Abbildungsmanie. Es hält sich versteckt hinter unzugänglichen Grenzen. Es besitzt seine eigene Legende und duldet keine Interpretationen. Gemeint ist Nordkorea. Die kanadische Fotografin Nathalie Daoust hat dort etwas getan, was niemandem erlaubt ist: Sie hat frei fotografiert. Die Ergebnisse präsentiert das ArtiTeQ Aufhängesystem der Galerie für Fotografie der Gegenwart in München.

Diese Bilderrahmen sind illegal

Was da in München an den Aufhängehaken gezeigt wird, ist durch Alchemie entstanden: Durch die akribische Vorbereitung auf eine Arbeit, die so nicht hätte stattfinden dürfen; und durch eine akribische Nachbearbeitung dieser Arbeit. Wer in Nordkorea reist, bekommt einen Begleiter an die Seite gestellt. Dieser führt ihn zu den schönsten Heldentaten der Kim-Herrscher und passt gut auf ihn auf. Fotografieren ist in Nordkorea erlaubt – wenn die Kamera auf das richtige Weiterlesen

„Lost“ Ausstellung von Ralf Baumgarten

29. Dezember 2017

Jeder kennt das Bild des verlorenen Schuhs. Dieser Schuh liegt neben der Autobahn oder im Gebüsch beim Supermarkt. Er liegt dort allein. Der zweite Schuh ist immer weg. Manche Leute fragen sich, unter welchen Umständen dieser Schuh an den Straßenrand geraten ist. Sie fragen sich, wo der andere Schuh sich herumtreibt. Manchmal begegnet dem Schuh ein Mensch, der nach Lösungen sucht, Geschichten zu ihm entwickelt. Aber die meisten Leute fragen sich gar nichts. Sie nehmen den Schuh nicht wahr. Für alle Menschen, die ihren Weltblick schärfen wollen, hat Ralf Baumgarten Fotos geschossen. Das ArtiTeQ Aufhängesystem des Saarbrücker Kunstraums „Sali e Tabacchi“ zeigt Baumgartens Fundstücke unter dem Titel „Lost“.

Verlassene Objekte im Bilderrahmen

Ralf Baumgarten hat einen Blick für Objekte. Der 1960 geborene Künstler ist Fotograf und Diplom-Designer. Er lebt in Köln und ist für seine freien Werke und Auftragsarbeiten in der ganzen Welt unterwegs. Und er fährt gern Fahrrad. Ein Autofahrer sitzt in seiner Blechkarosserie und gleitet mit hoher Geschwindigkeit an den kleinen Ködern vorbei, die ihm der Alltag hinwirft. Der Radfahrer nimmt die Welt in einem Tempo wahr, das subtilere Beobachtungen zulässt. Wenn Ralf Baumgarten auf seinen Fahrten oder Spaziergängen einen Schuh findet, macht er ein Foto von ihm. Die Galerieschienen von Sali e Tabacchi Weiterlesen

Polaroid ist tot! Es lebe Polaroid!

20. November 2017

Polaroid ist tot. Es lebe Polaroid. Die Sofortbildkamera und ihre Produkte sollten im digitalen Zeitalter so passé sein wie das Röhrenradio – sind sie aber nicht. Die Kameras
für die Augenblicksfotografie werden wieder produziert – und gekauft! Die Wiener Fotogalerie WestLicht zeigt an ihrem ArtiTeQ Aufhängesystem, warum das Phänomen Polaroid so lebendig ist.

Instant-Bilderrahmen im Goldenen Schnitt

Andy Warhol war die Polaroid-Kamera sozusagen am Hals festgewachsen. Wo er ging und stand, nutzte er die Kunst des Augenblicks im SX-70 Format. Mit jedem Druck auf den Auslöser entstand eine Dokumentation der Warholschen Lebenswelt auf 8,8 mal 10,7 Zentimetern, mit dem weißen Bilderrahmen im Goldenen Schnitt drumherum. Edwin Land, der Erfinder der Instantkamera, suchte von Weiterlesen

DIE ZWEITE HEIMAT

24. Oktober 2017

Der Begriff Heimat ist im vergangenen Monat strapaziert worden. Politiker aller Couleurs führten ihn in der heißen Wahlkampfphase im Munde. Liebliche Mittelgebirge, idyllische Fachwerkstädtchen, herbe Nordseestrände, das Brandenburger Tor, vielleicht Mainhattan – das sind so Bilder, die der Heimatbegriff evoziert. Darum ist die Heimat im Mund von Politikern immer schön, lebenswert, schützenswert. Professionelle Betrachter schaffen anders geartete Heimatansichten, persönlichere, genauere. Der international renommierte Fotograf Peter Bialobrzeski ist zum zweiten Mal ausgezogen, zu erkunden, was für ihn Heimat ist. Das Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen zeigt an seinem ArtiTeQ Aufhängesystem Bialobrzeskis Heimatkunde.

Die alltägliche Heimat im Bilderrahmen

Vielleicht liegt es an seiner Heimatstadt. Das knapp 80 Jahre alte Wolfsburg zählt nicht zu den gewachsenen Kulturstädten Deutschlands. Bialobrzeski, ebenda 1961 geboren, international tätig und in Hamburg wohnend, hat seinen eigenen Weiterlesen