Bilder auf Vertrauensbasis

1. September 2016

Minderheiten gab es schon immer. Sie bilden einen Staat im Staat, der ihre Isolation fixiert und in dem sie mit starkem Zusammenhalt füreinander sorgen. Meist werden sie von der Mehrheit aus dem Zentrum an den Rand gedrängt. Frankreich ist mit den Banlieus ein Beispiel für das Elend der Peripherie. Doch in der südfranzösischen Stadt Perpignan hat sich inmitten des urbanen Zentrums eine Enklave der Ausgeschlossenen gebildet. Jesco Denzel hat die “Gitans von Perpignan” fotografiert. Die GAF Hannover stellt die erstaunliche Sammlung an ihrem ArtiTeQ Aufhängesystem aus. Politik im Bilderrahmen Jesco Denzel ist nicht nur studierter Fotojournalist – er besitzt auch einen Magister in Politikwissenschaften. Vermutlich ist ihm irgendwann klar geworden, dass ein gut geschossenes Fots mehr aussagt als ein langer Traktat gegen Krieg und Ausgrenzung. Dabei ist seine Fotografie nicht … Weiterlesen

Zurück in die Zukunft der Fotografie

29. August 2016

Ein Besuch in der Ausstellung analoger Fotografien? – Also Bilder mit nostalgischen Farben und weich gezeichneten Schatten, Motive melancholischer Frauen oder verrenkter Ausdruckstänzerinnen. Nichts dergleichen! Unter dem sprechenden Titel “Zurück in die Zukunft der Fotografie” zeigt das Art Foyer der Frankfurter DZ Bank moderne Analog-Fotografie. Die Bilderrahmen an ihrem ArtiTeQ Aufhängesystem versammeln experimentelle Arbeiten zeitgenössischer Künstler. Analog versus digital: Was ist die wahre Technik für den Bilderrahmen? Der Streit zwischen Anhängern von digital oder analog ist so alt wie der zwischen Vinyl oder CD. Dieser Streit ist noch lange nicht für die digitalen Knipser entschieden – und schließlich gibt es im Handel auch wieder LPs zu kaufen. Viele Fotografen trauern der Negativentwicklung auf Barytpapier hinterher. Gescannte und auf Fotopapier gedruckte Werke erreichen nicht diese Qualität, sagen sie. Sie haben recht. … Weiterlesen

Werner Bischof – einer der bekanntesten Reportage-Fotografen des 20. Jahrhunderts.

8. Juli 2016

 Diesen Hinweis ausblenden Marco Bischof war vier Jahre alt, als sein Vater in den Anden zu Tode stürzte. Erinnern kann sich der heute 66jährige Mann an diesen Vater kaum noch. Aber er hat sich im Laufe der Jahrzehnte in das Werk des früh Verschwundenen hineingelesen, hineingesehen. Er hat dafür gesorgt, dass die Bilder des großen Fotoreporters Werner Bischof auf Ausstellungen zu den Menschen sprechen. Jetzt zeigt das ArtiTeQ Aufhängesystem des Münchner Kunstfoyers anlässlich des 100. Geburtstags von Werner Bischof seine bisher größte Werkschau. Schönheit und Elend im Bilderrahmen Gibt es ein schönes Elend? Einen ästhetischen Krieg? Ausstellungsorte, die einen solchen Mix an ihren Aufhängehaken und Galerieschienen zeigen, geraten in den Verdacht, dem Kitsch oder einer üblen Propaganda Vorschub zu leisten. Und dennoch ist es Ausnahmekünstlern gelungen, diese Themen anrührend zusammenzubringen. … Weiterlesen

Der Mauerstreifen im Wandel eines Vierteljahrhunderts

1. Juni 2016

Der Tierfilmer und Abenteurer Andreas Kieling hat eine Wanderung entlang der alten deutsch-deutschen Grenze beschrieben – eine hochinteressante Lektüre über Entfremdung und Zusammenwachsen. Im Kleinen kann auch in Berlin eine solche Exkursion unternommen werden: 160 Kilometer zieht sich der Mauerweg durch die ehemals geteilte Stadt. Paul Raftery hat entlang der Route fotografiert: Eine faszinierende Studie über die Licht- und Schattenseiten der Wiedervereinigung. Wiedervereinigungs-Geschichte im Bilderrahmen Paul Raftery ist ein Profi. Bereits 1980 ist der 1960 geborene Brite in Berlin gewesen und hat die geteilte Stadt dokumentiert. Raftery hat seither als Soziologe an der Kamera und Architekturfotograf unter anderem die Porträts von London, Paris und Marseille erstellt. Die Gedenkstätte Berliner Mauer zeigt an ihrem ArtiTeQ Aufhängesystem die 2014 entstandene Serie “Berlin Voids”. Die Aufhängehaken des Museums stellen an den Galerieschienen Glanz … Weiterlesen

“Face the Camera” – Fotograf, Robert Lebeck

16. April 2016

Im 19. Jahrhundert haben Schriftsteller und Dichter mit ihren Werken Zeit und Gesellschaft geprägt. Das 20. Jahrhundert ist ein Jahrhundert des Bildes gewesen. Niemand mehr als der Fotograf hat die Zeitgeschichte ins kollektive Bewusstsein geschrieben. Robert Lebeck gehörte zu den großen Fotojournalisten. Ihm sind einige Porträts und Schnappschüsse gelungen, die die Menschheit nicht mehr vergessen wird. Das Willy-Brandt-Haus zeigt an seinem ArtiTeQ Aufhängesystem unter dem Titel “Face the Camera” eine umfangreiche Retrospektive unbekannterer Werke von den 50er bis zu den 70er Jahren. Kontakt zur Welt im Bilderrahmen Robert Lebeck sagte von sich, er leide unter einem Geburtsfehler. Damit meinte er sein unwiderstehliches Lächeln. Dieses Lächeln war der Schlüssel zu seinen unvergesslichen Fotos – zumindestens zu den vielen Porträts. Dazu kam eine Riesenportion Neugier, ein untrüglicher ästhetischer Blick und Glück: Das … Weiterlesen

Lee Miller, US-amerikanischen Fotografinnen im Martin-Gropius-Bau

13. März 2016

Die amerikanische Fotografin Lee Miller hat ein vielseitiges Werk hinterlassen. Bekannt wurde sie als Modefotografin und Begleiterin des Surrealisten Man Ray. Und als Model. Neidische Berufskolleginnen meinten, ihre Berühmtheit beruhe eher auf den Fotos, die von ihr geschossen worden sind, als auf ihren eigenen. Die Lee-Miller-Ausstellung im Martin-Gropius-Bau tritt den Gegenbeweis an. Sie zeigt Fotos aus allen Schaffensphasen und vor allem ihre schockierenden Kriegsfotos. Die Begegnung mit dem deutschen Alptraum. Geschichte im Bilderrahmen Was das ArtiTeQ Aufhängesystem des Martin-Gropius-Baus an seinen Galerieschienen zeigt, ist die Geschichte einer Fotografin und die Geschichte der Deutschen. Lee Miller wurde 1907 auf einer amerikanischen Farm geboren und kam früh zur Fotografie. Ihre künstlerisch prägendste Zeit waren die 30er Jahre in Paris. Sie entwickelte unter dem Einfluss Man Rays eine eigene surrealistische Bildsprache. An den … Weiterlesen